Schauspielerin Lisa-Marie Koroll
 

„Ich möchte kein Vorbild sein!“ – Schauspielerin Lisa-Marie Koroll im Interview

Lisa-Marie Koroll über das Erwachsenwerden, Instagram und Eitelkeit.

Du bist vor Kurzem 18 Jahre alt geworden. Fühlst du dich jetzt erwachsen?

Ich habe das Gefühl, dass zumindest mein Umfeld erwartet, dass ich mich in jeder Situation erwachsen verhalte. Aber ich bin nach wie vor die Gleiche – eine heranwachsende Person. Allerdings genieße ich es selbstständig mit dem Auto zur Schule oder zum Sport fahren zu können, ohne auf jemand anderen angewiesen zu sein. Wirklich erwachsen fühle ich mich aber nicht. Ich wäre zum Beispiel noch nicht bereit, in eine eigene Wohnung zu ziehen – dafür vermisse ich meine Familie und meinen Kater Otto zu sehr, wenn ich lange auf Reisen bin. Und meine Steuererklärung kann ich auch noch nicht alleine!

Als Schauspielerin steht man oft im Mittelpunkt. Ist dir das manchmal unangenehm?

Unangenehm eigentlich nicht. Aber ich muss mich erst daran gewöhnen, heimlich fotografiert zu werden – auch wenn ich mal nicht top gestylt in der Stadt unterwegs bin. Ich vergesse manchmal, dass mich die Leute erkennen.  Damit muss ich lernen umzugehen.

Wirst du oft erkannt und auch angesprochen?

Gleichaltrige rufen mich manchmal, um zu testen, ob ich es wirklich bin. Auf so etwas reagiere ich nicht, denn auf solche  Spielchen lasse ich mich nicht ein. Gerade wenn ich merke, dass sie sich über mich lustig machen. Ein bisschen Neid schwingt da wahrscheinlich mit.

Und wie gehst du mit Neid um?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich damit nicht gut klarkomme. Auch nicht mit Eifersucht. Dadurch entstehen negative Energien zwischen Menschen. Das macht mich sehr traurig. Auch wenn Leute denken, mir würde alles zugeflogen kommen – ich muss hart für meinen Erfolg arbeiten. Wenn ich zum Beispiel auf Events wie der Berlinale unterwegs bin, dann nicht, um Party zu machen, sondern zum Arbeiten. Ich bin ja in gewisser Weise selbstständig – wie ein Bäcker, der seine eigene Bäckerei hat.

Hat diese Aufmerksamkeit deinen Blick auf dich selbst verändert?

Es gibt zwei Persönlichkeiten, die man trennen muss: eine private Lisa und eine, die im Berufsleben steht. Wie jedes Mädchen hatte auch ich immer wieder Phasen, in denen ich unzufrieden mit mir selbst war. Ich hatte Angst, den Leuten nicht zu genügen. Aber abgehoben werde ich so schnell nicht – meine Familie und Freunde halten mich auf dem Boden der Tatsachen.

Du hast mittlerweile über 100K Follower bei Instagram und über 12.000 Fans bei Facebook. Wie wichtig ist dir Social Media?

Wenn ich etwas zu berichten habe, wie zum Beispiel über die Berlinale oder über ein Fotoshooting, wie zum Beispiel mit point-rouge, dann ist mir das schon wichtig. Ich möchte meine Fans über Facebook, Instagram und Snapchat daran teilhaben lassen, was ich erlebe. Wenn ich aber in die Schule gehe und einen normalen Alltag habe, dann bin ich nicht so mitteilungsbedürftig – das ist ja auch nicht besonders interessant. Allerdings finde ich die sozialen Medien manchmal extrem zeitfressend. Und manchmal ärgern sie mich auch. Zum Beispiel wenn andere ein Foto mit mir machen möchten, um mehr Follower für ihren eigenen Account zu bekommen. Da fühle ich mich ausgenutzt. Das ist seit den „Bibi und Tina“ Filmen extrem geworden.

Bist du durch diese Reichweite eitel geworden?

Eitel nicht unbedingt. Aber ich habe mir eine andere Technik angeeignet, wie ich mich selbst fotografiere. Natürlich mache ich auch manchmal noch Blödsinn-Bilder oder -Videos, aber zugegeben: Jeder will doch auf Bildern gut aussehen!

Du bist die Selfie Queen! Hast du einen geheimen Trick für gute Fotos?

Nein, eigentlich nicht. Man muss sich gut fühlen, während man das Bild macht. Es ist gut zu wissen, welche die eigene Schokoladenseite ist. Sich von oben zu fotografieren, finde ich meistens am besten. Ich bin aber auch kein Profi. Was man wissen muss: Bevor ich ein Bild poste, habe ich wahrscheinlich schon 20 andere gemacht, mit denen ich unzufrieden war.

Wie erklärst du dir den Hype um deine Person?

Gute Frage! Ich verstehe das selbst nicht. Als ich neulich im Skiurlaub war, ist ein Mädchen total ausgeflippt, als sie mich gesehen hat. Manchmal weinen Mädchen oder Kinder auch, weil sie so aufgeregt sind. Ich versuche sie dann zu beruhigen und bin nett zu ihnen, aber ich bin damit ein bisschen überfordert.

Siehst du dich eigentlich als Vorbild für junge Mädchen?

Eigentlich möchte ich kein Vorbild sein, aber bestimmen kann ich das nicht. Ich mache selbst noch Fehler und muss mich finden und möchte so unbelastet wie möglich in meinem Handeln und Tun sein. Es ist immer schwierig, wenn man sich nach bestimmten Erwartungen richten muss.

Im Moment sehen wir dich als Tina in dem Kinofilm „Bibi und Tina – Mädchen gegen Jungs“. Welche Charaktereigenschaften teilst du mit der Rolle und welche überhaupt nicht?

Tina und ich sind beide sehr verantwortungsbewusst, teilweise sogar überverantwortungsbewusst. Sie ist sehr ehrgeizig und ein wenig bedachter als Bibi. Das bin ich auch – ich habe meine Zukunft ständig im Blick. Da in der Rolle als Tina auch viel von Lisa steckt, gibt es eigentlich keine Charaktereigenschaften, die ich nicht mit ihr teile.

Tinas Look ist eher sportlich lässig. Privat zeigst du dich stilsicher und modebewusst. Was tust du für dein Äußeres, um sexy Kleider tragen zu können?

Früher bin ich jeden Tag geritten, als ich noch ein eigenes Pferd hatte. Seit Kurzem versuche ich regelmäßig drei- bis viermal in der Woche ins Fitnessstudio zu gehen, da Joggen überhaupt nichts für mich ist – ich finde das langweilig und anstrengend. Ich hasse Ausdauersport!

Wie wichtig ist dir eine gesunde Ernährung?

Früher war es mir nicht wichtig, da habe ich einfach alles gegessen – auch sehr viel Fleisch. Damals schmeckte es mir noch, jetzt kann ich mich nicht mehr an den Geschmack erinnern. Vor fünf Jahren wurde ich Vegetarierin – seit ungefähr einem Jahr esse ich vegan. Das mache ich aber vor allem aus Überzeugung und der Umwelt und den Tieren zuliebe. Eins muss ich aber zugeben: Käse vermisse ich! Generell setze ich mir aber nicht so strikte Regeln was gesunde Ernährung angeht: Wenn ich Lust auf ein Stück Schokolade habe, dann gönne ich mir das – aber dann vegan.

Wie viele Mädchen interessierst du dich für Kosmetik. Muss es für dich immer Naturkosmetik sein?

Auch das hat sich verändert. Während ich früher alles verwendet und höchstens einzelne Marken gemieden habe, achte ich jetzt sehr darauf, dass ich Kosmetik benutze, die tierversuchsfrei und natürlich ist. Ich liebe die Produkte von Beauty Beee und Dr. Hauschka. Da weiß ich einfach, was drin ist.

Welche Kosmetikprodukte findet man immer in deiner Handtasche?

Wimperntusche! Und ein roséfarbenes Rouge. Außerdem habe ich immer etwas für meine Augenbrauen parat. Eigentlich müsste ich mir meine Hände permanent eincremen, weil sie so trocken sind, aber ich vergesse irgendwie immer eine Handcreme einzupacken.

Hattest du jemals eine Beauty-Panne in der Öffentlichkeit?

In letzter Zeit nicht, aber ich finde es schrecklich, wie ich mich geschminkt habe, als ich elf oder zwölf Jahre alt war. Dunkle, schwarze Augen, viel zu viel Kajal – auch am unteren Augenrand. Wie eben viele Mädchen in dem Alter. Es war einfach generell immer zu viel. Ich weiß gar nicht warum. Das mag ich heute nicht mehr.

Du strahlst zurzeit so viel. Bist du verliebt? Vielleicht in einen Kollegen?

Das kann ich ganz klar mit nein beantworten. Auch, dass Louis Held und ich ein Paar sind, ist nur ein Gerücht. Wir sind gute Freunde – eher wie Bruder und Schwester. Wenn ich in Berlin bin, besuche ich ihn oft. Einen Freund habe ich nicht, dazu hätte ich im Moment auch keine Zeit. Ich bin auch als Single glücklich. Allerdings muss ich zugeben, dass ich schon ein bisschen für jemanden schwärme: Tim Oliver Schulz – der Schauspieler aus der Serie „Club der roten Bänder.“

Karrieretechnisch war der New Faces Award 2016 bestimmt motivierend für dich, oder?

Ja total. Wir haben den Sonderpreis für „Bibi und Tina“ bekommen. Der Jaguar steht jetzt bei mir zu Hause auf dem Klavier. Das war meine erste Auszeichnung und die macht mich natürlich stolz. Das ist nicht nur eine Auszeichnung für mich, sondern auch für meine Arbeit. Das hat mich extrem gefreut.

Bist du auf dem roten Teppich eigentlich nervös?

Nein, im Gegenteil. Ich genieße es sehr! Sobald ich auf dem Teppich bin, nehme ich eine ganz andere Körperhaltung ein. Weil man ja auch tolle Kleider trägt – man fühlt sich total schön.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Mit der Serie „Familie Dr. Kleist“ – durch die ich entdeckt wurde – geht es seit März weiter. Außerdem würde ich sehr gerne einmal mit Til Schweiger drehen und in einem Tatort mitspielen. Aber in naher Zukunft möchte ich erst einmal erfolgreich durch das Abi kommen!

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Beauty Beee CEO Larissa Laudenberger, Online Redakteurin Lena Lambrich, Schauspielerin Lisa-Marie Koroll und Online Redakteurin Purista Schäfer

 

Mehr von Lisa-Marie Koroll und ihrem Besuch bei point-rouge gibt es hier!

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