Frau beim Rasieren ihrer Beine mit Rasierer und Rasierschaum.
 

Enthaarung: eine haarige Angelegenheit

Fusselfrei

Waxen, rasieren, epilieren, cremen, zupfen – Frau und auch Mann haben es heutzutage bei der Wahl der Enthaarungsmethode nicht leicht! Obwohl viele Hersteller mittlerweile mit einem Wellness-Enthaarungs-Erlebnis werben, ist entweder der Schmerzfaktor bei vielen Methoden nicht zu unterschätzen oder der langfristige Glatt-Effekt bleibt aus. Was hat es aber mit dem Schönheitsideal auf sich? Welche Maßnahmen der Haarentfernung gibt es überhaupt? Fakt ist: Haarlose Beine, Scham und Achseln gelten nicht erst seit heute als schön …

Antike und Ästhetik

Bereits Reliquien aus der Antike belegen, dass ein haarloser Körper historisch und kulturell verwurzelt ist. Abbildungen und Skulpturen aus vergangenen Zeiten zeigen Menschen aus Griechenland, Rom oder Ägypten mit enthaarter Haut: Oftmals ist die Entfernung von Scham- und Körperbehaarung ein Zeichen für Zivilisation, Schönheit, Körperkult, Hygiene sowie aus religiösen Gründen gewünscht. Für die Enthaarung behilflich sind damals Muscheln, geschliffene Steine, Bronzemesser, Pinzetten oder Zucker- und Bienenwachs. Mit der Zeit kommen und gehen die Trends in Sachen Körperbehaarung. Während die Hippies in den 60er und 70er Jahren den Wildwuchs feiern, schwappt zu Beginn des 21. Jahrhunderts, gemeinsam mit der Serie Sex and the City, eine Welle der Haarlosigkeit in unsere Gesellschaft!

Wer schön sein will muss leiden?

Grundsätzlich muss zwischen zwei Arten von Haarentfernung unterschieden werden: Depilation und Epilation. Zur Depilation gehören die Maßnahmen, die die Haare oberflächlich entfernen. Das bedeutet, in diese Kategorie fallen die Nass- und Trockenrasur sowie die Entfernung der Haare durch Schaum oder Enthaarungscreme. Vorteile: schmerzfrei und schnell! Nachteile: Die Haare wachsen rasch wieder nach. Die schmerzhafteren, aber auch langanhaltenden Varianten sind in der Epilation zu finden: Hier wird das Haar mit Wurzel durch Waxing, Sugaring, Epilierer, Lichtimpulse oder Laser entfernt oder zerstört.

Depilation – easy going

Die wohl am meisten genutzte Enthaarungstechnik ist die Rasur. Männer wie auch Frauen zählen auf die schnelle und einfache Handhabung des Rasierers. Er entfernt fast alle lästigen Härchen ohne großen Aufwand oder Schmerz. Natürlich ist besonders mit neuen Klingen Vorsicht geboten: An Knöcheln, Knien und im Intimbereich sollte man aufpassen, um sich an unebenen Stellen nicht zu schneiden. Mittlerweile garantieren Rasierer mit bis zu fünf Klingen ein glattes, weiches Ergebnis. Enthaarungscreme und -schaum wirken chemisch. Nach kurzer Einwirkzeit kann die Substanz gemeinsam mit den Haaren abgenommen oder abgeduscht werden. Auch hier gilt: Schnell und schmerzfrei. Allerdings sollte vorher eine eventuelle allergische Reaktion mit der Creme überprüft und ausgeschlossen werden. Um ein dauerhaft glattes Ergebnis zu haben, müssen sowohl die Rasur als auch die Enthaarung mit Creme oder Schaum alle paar Tage wiederholt werden – je nach Haarwuchs.

Epilation – the hard way

Beim Waxing und Sugaring werden Körperhaare samt Wurzeln entweder mit Zuckerpaste, Warm- oder Kaltwachs herausgezogen. Das Sugaring bietet eine sanftere Alternative zum Waxing: Zuckerpaste ist nicht so klebrig und die Haare werden in Wuchsrichtung entfernt. Waxing- und Sugaring-Lösungen bieten professionelle Studios oder Kosmetiker an. Wachsstreifen und Warmwachs findet man außerdem in jeder Drogerie für den Selbstgebrauch. Eine weitere Lösung für zu Hause ist ein Epilierer. Hiermit werden Haare einzeln durch kleine rotierende Pinzetten automatisch herausgezupft. Der Ziep-Faktor ist auch hier relativ hoch, aber viele Geräte besitzen eine integrierte Cooling-Funktion, die den Schmerz lindert. Diese Methode ist sehr zeitintensiv und gute Geräte sind nicht ganz kostengünstig, die Haut bleibt aber lange schön und haarlos. In der Kategorie Epilation gibt es außerdem die Möglichkeiten der Laser- oder Lichtimpulstechnik. Durch Laser- oder Lichtblitze werden die Haare und Haarwurzeln Zentimeter für Zentimeter zerstört. Für die Laser-Anwendung benötigt man mehrere Sitzungen beim Dermatologen, die auch schmerzhaft sein können. Das Ergebnis ist aber definitiv lange vorzeigbar! Im Bereich Lichtimpulse kann man entweder einen Arzt aufsuchen oder sich ein Gerät für zu Hause zulegen. Diese sind kostenintensiv, technisch noch nicht ganz ausgereift und man muss auf jeden Fall Geduld bei der Anwendung mitbringen, um eine glatte Haut zu bekommen.

Und danach?

Für die meisten Frauen und Männer gehört das Rasieren, Epilieren oder Waxing zur regelmäßigen Routine. Um eine Reizung der Haut zu verringern, bietet es sich an, nach der Haarentfernung entsprechende Beauty-Rituale zu verinnerlichen. Männer können ihre Haut mit einem herb-duftenden After-Shave beruhigen. Ladies sollten sich danach mit einer pflegenden Lotion, einem luxuriösen Körperöl oder -puder verwöhnen. So lassen sich Rasierpickelchen und eingewachsene Härchen vermeiden und die Haut bleibt länger zart und glatt. Oftmals hilft auch vor dem Enthaaren ein Körperpeeling anzuwenden, das die Haut auf die Anwendung vorbereitet und sie schön weich macht.

Akzeptierter Wildwuchs

Unterhalb der Augen setzen viele auf den kompletten Kahlschlag. Wimpern und Augenbrauen dagegen sind beliebte haarige Angelegenheiten. Buschige Brauen á la Cara Delevigne und voluminöse, lange Wimpern sind voll im Trend und werden entsprechend betont: Brauenstifte und -puder, Mascara, künstliche Wimpern und Wimpernverlängerung sind super angesagt. Aber auch down under gibt es einigen Spielraum. Zwar ist im Intimbereich der ungepflegte Busch immer noch ein No-Go, aber bestimmte Frisuren werden akzeptiert: Der Landing Strip oder das gepflegte Dreieck sind oft gewählte Looks.

Aktuell ist ein neuer Trend in Sicht: Viele moderne Frauen – zum Beispiel Celebrities wie Gwyneth Paltrow und Cameron Diaz – sagen sich los von der kompletten Haarlosigkeit und stehen zu ihrer vollen Intim- und Körperbehaarung. Wir sind der Meinung: Geschmackssache!

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