Mascarabürste
 

Ein Tusch auf die Klimper-Wimper: die Mascara

Wimperntusche macht den Augenaufschlag erst zum wahren Verführer. Selbst Frauen, die sonst eher auf weniger Make-up setzen, greifen gerne zur Mascara. Wir verraten wie die Mascara auf die Bürste kam und weitere spannende Fakten rund um den Beauty-Favoriten.

Merci, Mabel!

Bereits im 19. Jahrhundert stellt der französische Chemiker Eugene Rimmel einen Farbblock her, mit dem Frauen durch dessen Anfeuchten und einem Pinsel zu dunkleren Wimpern gelangen. Doch die Kreation der Wimperntusche, wie wir sie heute kennen, verdanken wir einem anderen Chemiker-Kollegen: Der Amerikaner T. L. Williams ist heute als Erfinder der Mascara bekannt. Es ist das Jahr 1913, als Williams seiner Schwester Maybel einen Gefallen tun möchte und ihr eine eigens fabrizierte Wimperntusche überreicht. Mit dem Gemisch aus Kohlestaub und Vaseline soll endlich Maybels Angebeteter Chet verführt werden. Ein Jahr später eröffnet Williams seinen eigenen Beauty-Konzern, dessen Bezeichnung sich aus der gerne genutzten Vaseline und dem Namen seiner liebsten Schwester zusammensetzt: Maybelline

Drauf gespuckt

In den ersten Jahrzehnten nach ihrer Erfindung ist das Auftragen der Wimperntusche wenig glamourös. Die Bezeichnung als „Spucktusche“ erhält die Mascara nicht grundlos – schwarze Farbe aus einem Malkasten, vermengt mit Speichel oder anderen Flüssigkeiten bringt die Wimpern der Frauen erstmals zum klimpern. Diese für Hygiene-Freunde eher abschreckende Methode ist bis in die Fünfzigerjahre üblich. Alternativ kaufen die Damen schwarze Vaseline aus der Tube, aufgetragen wird die Masse dann mit einer kleinen Bürste. Beauty-Pionierin Helena Rubinstein ist es, die mit ihrer Automatik-Mascara im Jahr 1958 den Frauen das tägliche Schmink-Prozedere wesentlich erleichtert – und das Spuck-Grauen endgültig verschwinden lässt. Von da an gibt es die Mascara gleich mit einem handlichen Bürstchen zu kaufen.

Suche nach dem Richtigen

Ob tiefschwarz, dunkelbraun oder für den Eyecatcher-Moment ganz mutig in Farbe: Aus den Beauty-Täschchen ist Mascara heute nicht mehr wegzudenken. Denn selbst an faulen Tagen hilft ein Hauch Wimperntusche, um auf müde Gesichter schnell ein wenig Frische zu zaubern. Auch beim beliebten Nude Make-up gehört ein wenig Wimperntusche dazu – von Schminkprofis dann gerne weniger dramatisch in Erdtönen verwendet. Dabei verhält es sich mit der Wimperntusche in etwa so wie mit der Suche nach dem richtigen Mann: Je nach individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen, dauert die Suche nach dem Richtigen ein bisschen länger. Doch unter den Massen an Mascaras, die den Kosmetikmarkt überfluten, ist für jede Frau ganz nach Geschmack das passende Produkt dabei.

Verwischt und weg?

Wasserfest oder nicht, für dichtere Wimpern oder mehr Volumen: Die Mascara-Varianten sind vielseitig. Während wasserfeste Mascara für Sportliebhaberinnen ideal ist, die nicht ganz auf Make-up verzichten wollen, sind Beauty-Profis anderer Ansicht. Ist das Risiko, zu schwitzen oder eine Runde schwimmen zu gehen gering, greifen Visagisten lieber zu nicht-wasserfester Mascara. Kein Wunder: Nach einer etwas größeren Trocknungsphase gehen die Wimpern bei nicht-wasserfester Tusche wieder in ihre natürliche Form zurück. Die Gefahr nach dem Schminken, mit verklebten, klumpigen Wimpern das Haus zu verlassen, ist hier eher unwahrscheinlich.

Schutz vor Wimpern-Grauen

Allergiker sollten auf die Angabe zu Duftstoffen achten: Es empfiehlt sich, zu Produkten mit der Angabe parfümfrei zu greifen. Denn selbst wenn die Wimperntusche als augenärztlich geprüft angepriesen wird, ist eine Reizung der Augen durch die in Wimperntusche enthaltenen Duftstoffe nicht ausgeschlossen. Auch für Kontaktlinsen-Trägerinnen gilt: Augen auf beim Mascara-Kauf! Finger weg von Wimperntusche, die damit beworben wird, jedes kleinste Härchen aufzugreifen. Genau diese feinen Wimpern sind es dann, die sich gerne mal unter die Linse schieben – ein unangenehmes Erlebnis. Wer gerne etwas langanhaltendere Wimpernschwärze hat, kann eine Base auftragen: Bei dieser speziellen Art von Mascara wird vor der eigentlichen Wimperntusche eine erste Schicht aufgetragen, die den Wimpern mehr Fülle und Halt geben soll.

Und wenn Sie bis jetzt eher Gegnerin von Mascara sind, sei zuletzt noch eines erwähnt: Maybel Williams gelingt es 1913 mit ihrer Wimperntusche, ihren Angebeteten endgültig von sich zu überzeugen – ein Jahr später heiratet das Paar. Also dann: An die Tusche, fertig, los?

Ramona Nickl

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