Moschushirsch, dessen Drüse den begehrten Duftstoff für Parfum absondert
 

Die Macht des Moschus

Kostbarer Duftstoff mit sieben Buchstaben − heißt es oft in Kreuzworträtseln. Moschus − lautet die richtige Lösung! Das exklusive Elixier ist schon deshalb so bekannt, weil es Parfum-Geschichte geschrieben hat. Bis ins 19. Jahrhundert sind die Inhaltsstoffe von Parfums rein tierischer und pflanzlicher Natur. Wie Amber oder Zibet hat Moschus seinen Ursprung in der Tierwelt. Über eine Drüse sondert der Moschushirsch den Lockstoff ab. Das Herdentier hat zwar kein Geweih, dafür aber lange, spitze Eckzähne und ist in den Bergwäldern von Korea, Tibet, Kaschmir und Sibirien heimisch.

Moschus weckt Begehrlichkeiten

Was das Weibchen des Moschushirsches um den Verstand bringt, entfaltet auch unter den Menschen eine intensive Wirkung: Vom Aphrodisiakum der Antike über das Allheilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin bis hin zur Währung Marco Polos auf seinen Reisen − der Wert von Moschus ist zu keiner Zeit zu unterschätzen. Sogar beim Bau von Moscheen wird er angeblich verwendet, damit die Wände bei Sonneneinstrahlung nach ihm duften. Weil der sagenumwobene Moschus so schwierig zu gewinnen ist, ist er nicht nur teurer als Gold, sondern auch äußerst begehrt.

Geheimnis gelüftet

1888 kommt der Wissenschaftler Albert Baur beim Experimentieren durch Zufall hinter das Geheimnis, Moschus synthetisch herzustellen. Das wird vor allem wichtig, als die Verwendung von tierischem Moschus 1979 aus Artenschutzgründen verboten wird. Ersatz für den seltenen Naturstoff liefern außerdem Pflanzensäfte und es verwundert nicht, dass neben Malve und Engelwurz ausgerechnet die sogenannte gelbe Gauklerblume täuschend echten Moschus produziert.

Anziehend animalisch

Die Anziehungskraft, die Moschus entwickelt, ist seinem unverwechselbaren Duft zuzuschreiben: Holzig-herbe Noten treffen auf eine betörende Süße, die imstande ist, einem alle Sinne zu rauben. Der animalische Geruch nach Leder strahlt Stärke aus, vermittelt Wärme und Geborgenheit. Wer das für klassisch männlich hält, der irrt. Moschus ist auch Komponente vieler Frauen- und Unisex-Düfte. Er gilt als verlässlicher Fixateur, der ein Parfum besser auf der Haut haften lässt, die Balance zwischen dessen einzelnen Bestandteilen herstellt und jedes olfaktorische Arrangement lebhafter macht.

Bei Moschus ist weniger mehr

Ein Duft kann noch so komplex sein, Moschus riecht man heraus. Diese markante Eigenschaft macht den Charakter des Riechstoffes aus, der Leidenschaft weckt und perfekt zu starken Persönlichkeiten passt. Weil Moschus sehr dominant ist, sollte jedes Parfum, das ihn als Komponente enthält, dezent dosiert werden. Außerdem besticht er auf unterschiedlichste Art und Weise: In Kombination mit Vanille, Lavendel oder Sandelholz kann Moschus Stress mildern und Entspannung herbeiführen, zusammen mit Iris, Nelke oder Pfeffer wirkt er stimulierend und Moschus plus Minze oder Rosmarin fördert die Konzentration.

Begleiter zu besonderen Anlässen

Schauspielerin Rashida Jones legt abends einen Hauch Moschus-Parfum auf und tatsächlich: Die Mystik des Dufts passt perfekt zu rauschenden Nächten und besonderen Anlässen wie Red Carpet Events. Obwohl der synthetische Ersatzstoff weißer Moschus genannt wird, ist er das Accessoire, das dem kleinen Schwarzen und seiner Trägerin Attraktivität und eine extra Note Stil verleiht. Sexy Selbstbewusstsein gepaart mit Raffinesse und Sinnlichkeit − wer will das nicht ausstrahlen? Ob Basis, Herz oder Kopf − wo Moschus im Spiel ist, liegt Magie in der Luft!

Sabrina Hüßner

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