Chemische Formel von Aluminium aus dem Periodensystem.
 

Aluminium: Alle Achtung!

Es ist federleicht, es glänzt und es ist außerordentlich vielseitig: Das Leichtmetall wird seit Jahren nicht nur als Haushaltsfolien oder für Kochgeschirr verwendet, sondern auch für viele kosmetische Produkte. Doch jüngst ist der schimmernde Alleskönner in das Kreuzfeuer der Kritik geraten, denn Aluminiumsalze gelten als gesundheitsschädlich: Sie werden in Zusammenhang mit Krebser­krankungen genannt und sollen sogar Demenz auslösend sein. Deshalb die gute Nachricht vorab: Ein kausaler Zusammenhang zwischen einer erhöhten Aluminiumaufnahme durch Deodorants und Alzheimer bzw. Brustkrebs konnte trotz entsprechender Studien bis dato nicht nachgewiesen werden. Dennoch bleiben viele Fragen offen. Vor allem, von welchen Aluminium-Ablegern die Rede ist – und in welchen Produkten man sie findet.

Alles Aluminium oder was?

Eine Seltenheit ist Aluminium nicht, denn es zählt zu den dritthäufigsten Elementen der Erde. Und es kommt in der Natur fast immer in gebundener Form vor, wie zum Beispiel in Bauxit, Ton oder Granit, wo es dank seiner Glimmerpartikel leicht zu erkennen ist. Hergestellt wird es vor allem in Ländern der Dritten Welt – leider nicht immer unter optimalen Bedingungen für Mensch und Umwelt. Das Metall verfügt jedoch über Vorteile, die nicht nur die Automobilindustrie schätzt: Es ist leicht und formbar, es reagiert auf Säuren und hat einen antiseptischen Effekt. Letztere sind genau die Gründe, weshalb Aluminium auch gerne zur Wasseraufbereitung, für Zahncremes und in Medikamenten gegen Sodbrennen genutzt wird. Und auch in Hautpflege- und Beautyprodukten werden Aluminiumderivate genutzt – oft aus gutem Grund.

Dem Körpergeruch keine Chance!

Keine Frage, jeder will gut duften und seine Mitmenschen nicht mit dem Geruch nach Achselschweiß belästigen. Und das ist der Grund, weshalb sich die wasserlöslichen Aluminiumsalze in Deodorants als besonders wirksamer Schweißkiller erweisen: Sie verbinden sich nämlich mit den Eiweißbausteinen der Haut und bilden mikroskopisch kleine Klümpchen, die die Schweißdrüsen verstopfen und damit die Feuchtigkeitsabgabe blockieren – manchmal so effektiv, dass buchstäblich ein Stau entsteht und es zu Entzündungen und Juckreiz kommt. Der Gebrauch solcher Deos nach der Achselrasur ist schmerzhaft und führt zu feinen Rissen an der Hautoberfläche, durch die der Wirkstoff bis tief ins Innere dringt. Ob damit eine wirkliche Gefahr verbunden ist, konnte bis heute nicht hinreichend geklärt werden. Fakt ist jedoch, dass ungewöhnlich hohe Aluminiumwerte sowohl in Lymphknoten als auch in Tumorgeweben nachgewiesen werden konnten. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zu Antitranspiranten greifen, die basische Mineralien, ätherische Öle oder Pflanzenextrakte als Wirkstoffe enthalten.

Highlights für Beauty und Pflege

Das Wichtigste vorab: Reines Aluminium wird in kosmetischen Produkten so gut wie nie verwendet. Lediglich Aluminium-Silikate, -Stearate und -Hydroxide, die als gesundheitlich unbedenklich gelten, finden sich in unseren Beauty-Lieblingen. In Lippenstiften, schimmernden Bodylotions oder einigen Gel-Eyelinern ist zum Beispiel Calcium-Aluminium-Borosilikat enthalten, ein mineralisches Pigment, das für Glanz sorgt. Vielen gängigen Sonnencremes wird ein Stoff namens Alumina hinzugefügt, der als Verdicker verwendet wird und über einen leichten, natürlichen Lichtschutzfaktor verfügt. Aluminium-Hydroxide wiederum finden sich in manchen mattierenden Make-ups, wo sie für Viskosität und eine hautpflegende Wirkung sorgen. Und wer es ganz genau wissen will: Ob Aluminium als kosmetischer Farbstoff in einem Produkt enthalten, kann man ganz einfach an dem Kürzel CI 77000 in den Inhaltsstoffen erkennen!

Christine Gruber

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